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23
Feb

Stress ist möglicherweise ein wichtiger Risikofaktor für Krebs,

Eine Metaanalyse von 16 bisher unveröffentlichten Kohortenstudien aus England und Schottland legt nahe, dass Stress als Risikofaktor für einige Krebserkrankungen gelten könnte. Die Ergebnisse ihrer Analyse haben die Forscher nun im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht.1

Die britische Autorengruppe wertete für ihre Untersuchung bisher unveröffentlichte Gesundheitsdaten von insgesamt 163.363 Menschen im Alter von 16 bis 109 Jahren (im Mittel 46 Jahre) aus. Die Daten stammen aus Health Surveys von England und Schottland, die zwischen 1994 und 2008 aufgelegt wurden. Über die Beobachtungsdauer von im Mittel 9,5 Jahren wurden jährlich nicht nur Rauch-, Alkohol-, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten abgefragt, sondern mittels 12 Fragen des General Health Questionaire (GHQ12) auch der selbst empfundene psychische Stress.

Im Untersuchungszeitraum kam es in der Kohorte zu 4.353 Todesfällen an Krebserkrankungen. Etwa 7% der Befragten hatten im GHQ12 einen hohen Stresslevel von über 7 von 12 möglichen Einheiten angegeben. Nach statistischen Bereinigungen hatten diese Probanden (im Vergleich zu Probanden mit einem Stresslevel von 0 bis 6) ein um 32% höheres Risiko, an Krebs zu sterben.


Leukämie am ehesten mit Stress assoziiert

 

Bereinigt um den Faktor „Rauchen“ lag das entsprechende Risiko sogar um 45% höher. Am stärksten wirkte sich der hohe Stresslevel auf das Risiko für Leukämien aus (HR 3,86); gefolgt von Pankreaskarzinom (HR 2,76), Ösophaguskarzinom (HR 2,59), Prostatakarzinom (HR 2,42) und Kolonkarzinom (HR 1,84). Für den Tod durch Kolon- und Prostatakrebs ließ sich sogar ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang herstellen: Das Sterberisiko am jeweiligen Karzinom nahm hier mit der empfundenen Stressstärke schrittweise zu.

 

Eindeutige Schlüsse lassen sich aufgrund der hohen Komplexität von Krebserkrankungen auch aus dieser Untersuchung nicht ziehen. Als mögliche Ursachen für den Zusammenhang zwischen Stress und Krebsentstehung diskutieren die Autoren eine stressbedingte Schwächung von Immunfaktoren oder Förderung von inflammatorischen Prozessen. Denkbar wäre aber auch, dass Stress eine eher ungesunde Lebensweise mit erhöhtem Krebsrisiko fördert oder aber ungünstige Lebensgewohnheiten sowohl das Stressniveau als auch die Krebsentstehung fördern. Um die Zusammenhänge genauer zu klären, seien prospektive Studien erforderlich.

 

Quellen des Artikels:

Medscape Deutschland

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